Humanistische Psychologie



Mit der humanistischen Psychologie ist eine Psychologie oder Therapie gemeint, die Werte wie innere Freiheit, Selbstausdruck und Wachstum betont. Es ist eine Psychologie der Gesundheit, d.h. sie nimmt eine am Wachstum (anstatt nur am Defizit, Krankheit, Symptom etc.) orientierte Betrachtungsweise ein. Sie will sowohl Menschen erreichen, die im Moment vor ganz großen Problemen stehen und nach Lösungen suchen als auch Menschen, denen es zwar gut geht, die aber weiter an sich arbeiten und wachsen wollen. Sie richtet sich an die GANZHEIT der Person und strebt die Harmonisierung von Körper, Geist und Seele an.

Die verschiedenen therapeutischen Wege, die sich der humanistischen Psychologie verpflichtet fühlen, konzentrieren sich:
• auf die ganze Person (Integration von Körper, Geist und Seele)
• auf deren gegenwärtiges Erleben (Empfinden, Denken, Wahrnehmen, Fühlen...)
• auf die Entfaltung besonderer menschlicher Eigenschaften (Kreativität, Liebesfähigkeit, Selbstbehauptung, Eigenverantwortlichkeit, Bewusstheit...)

So gesehen richten wir uns mit unserer Tätigkeit in Selbsterfahrungsgruppen und Einzelsitzungen an all jene, die tiefer in ihr Menschsein eindringen, sich selbst besser kennenlernen und wandeln wollen.
Jede positive Form der Selbsterfahrung ist auch Therapie. Der Begriff der Psychotherapie (Heilbehandlung der Seele) bezieht sich in erster Linie auf psychologische Methoden, die dazu verwendet werden seelische, emotionale und Verhaltensstörungen zu beheben oder zu heilen sowohl in Gruppen als auch in Einzelsitzungen.

Selbsterfahrung geht darüber hinaus und schließt das Bedürfnis zur Gewinnung persönlicher Identität und Selbstverwirklichung mit ein. Menschen, die sich in ihrem SELBST erfahren und ihre innere Wahrheit und die Kostbarkeit ihres Wesens entdecken, beginnen ihre Persönlichkeit zu entwickeln und fühlen dem Leben gegenüber mehr Selbstverantwortung, Freude und Zuversicht.
Das Ziel der Selbsterfahrung liegt also neben der Auflösung von Störungen vor allem in der Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben und die eigene innere Entwicklung − etwas, das uns alle betrifft!

Neben verschiedenen körperorientierten und gesprächsorientierten Methoden wie Bioenergetik und nondirektives Gespräch, die sowohl in der Gruppentherapie als auch in Einzelsitzungen zur Anwendung kommen und die alle die Grundsätze der humanistischen Psychologie erfüllen, liegt der Schwerpunkt meiner Methode in der ganzheitlichen, bewussten Atemarbeit (Tiefenatmen od. holotropes Atmen) und der Trance-Arbeit (Tiefenentspannung, innere Bilder).

Bewusstes, integratives Atmen
Darunter versteht man eine Technik des verbundenen Ein- und Ausatmens. Ein- und Ausatmen gehen ohne Unterbrechung ineinander über. Diese Methode ist eine Weiterentwicklung des „Rebirthings” in starker Anlehnung an das Holotrope Atmen, welches von Stan.Grof in den USA entwickelt wurde. Sie setzt therapeutisches Wissen aus anderen körperzentrierten Therapieformen, wie sie etwa von W. Reich und A. Lowen konzipiert wurden, mit ein und bildet so einen Brückenschlag zur transpersonalen Psychotherapie (A.J. Sutich / St. Grof / A. Maslow). Während die Atmung in praktisch allen Formen der körperzentrierten Psychotherapie eine wichtige Rolle spielt, wird sie nirgendwo so zentral eingesetzt wie bei der bewussten Tiefenatmung.

Da der erste Atemzug den ersten selbstgesteuerten Überlebensvollzug des Menschen darstellt, gilt die Atmung als Grunderfahrung von Selbst und Welt. Demnach manifestiert sich Unbewältigtes und Traumatisches aus frühen Lebensjahren in verspannten Atemmustern, die wieder mit Gefühlsblockaden und einengenden Denkprogrammen zusammenhängen. Blockierte Energie lässt sich über diese Atemtechnik lösen und alte, gestaute Gefühle, deren Verdrängung große Teile unserer Lebensenergie beansprucht, kommen dabei an die Oberfläche. Integratives Atmen öffnet den Zugang zu Erfahrungen und Heilprozessen, die für verbale Therapiemethoden verschlossen bleiben. Man kann damit eine Zeit bearbeiten, in der es noch keine Worte gab. In der Folge können bisher abgespaltene Teile unseres Wesens integriert und nutzbar gemacht werden. Daher wird diese Methode auch oft „Integratives Atmen” genannt.

Trance-Arbeit
Trance, wie sie hier verstanden und angewandt wird, hat nichts mit Hypnose zu tun.
Trance bezeichnet einen Übergang (lat.transitus) in einen anderen, eingeengten psychischen Wachzustand, der sowohl in Bewegung (Trancetanz) auftreten als auch von tiefer Entspannung gekennzeichnet sein kann. In diesem Zustand steigert sich die Aufmerksamkeit für innere Vorgänge. Im Bezug auf unsere alltägliche, äußere Wahrnehmung ermöglicht uns der Trancezustand Kontakt zu tiefen, unterbewussten Ebenen.

In der Tiefenentspannung (Trance) haben wir die Möglichkeit zu folgenden beiden Teilen Zugang zu finden:
• dem sogenannten Freud´schen Unterbewusstsein (unterdrückte Impulse, Triebe, Gefühle, Erinnerungen aus d. Vergangenheit, etc.), als auch
• dem sogenannten tantrischen Unterbewusstsein nach C.G. Jung (positive Kräfte und Erfahrungen, das Selbst, unsere wertvolle Quelle, etc.)

In der Arbeit mit der Trance durch Tiefenentspannung geht es nun darum, Einblick in diese Welten des Unterbewusstseins zu bekommen und unsere sogenannten negativen Anteile (Schatten) annehmen zu lernen, um sie in unsere Gesamtpersönlichkeit zu integrieren. Auf diese Weise ist es möglich, mit den positiven Anteilen unseres Selbst in Kontakt zu treten. Trance hat auch eine enge Beziehung zu visionären Erlebnissen, die in der Meditation erfahrbar werden können.

In der Trance-Arbeit verwenden wir Methoden des NLP (neurolinguistischen Programmierens) und der offenen kreativen Phantasie (freie und gelenkte Imagination) zur Lösung emotionaler und mentaler Bindungen sowie für die Öffnung der Selbstheilungskräfte.
Diese Methoden der westlichen Psychologie und Bewusstseinsforschung werden ergänzt durch Wege der östlichen Weisheit und des Schamanismus (Meditation, Rituale, Energiearbeit).
Eine spirituelle Psychologie geht davon aus, dass wir eine innere Führung haben, die uns unsere Lebensaufgabe und wahren Ziele zeigt. Wir haben in uns die Kraft und Weisheit unseren Weg zu gehen und Erfüllung zu finden. Dieser Weg führt uns über unsere Begrenztheit im Ego (Ich) hinaus zum Selbst, dem göttlichen Wesenskern.